Verbrennungsopfer muss dringend operiert werden

Winkelbach. Im Alter von 2 Jahren veränderte sich das Leben von Teona Ghughunishvili auf dramatische Weise – für immer. Durch heißes Wasser erleidet sie als Kleinkind schlimmste Verbrennungen, die sie ihr Leben lang zeichnen und ihre Gesundheit dramatisch bedrohen.

Die 19-jährige aus Georgien hilft zur Zeit als Au-pair-Mädchen im Haushalt der Familie Ritter in Winkelbach.. Eine ganz normale bildhübsche, junge Frau, möchte man auf den ersten Blick meinen. Doch wenn Teona den langen Pulli und die Jeans lüpft, wird das ganze Ausmaß der Katastrophe vor 17 Jahren sichtbar. Dickes, wild verworbenes und verwachsenes Narbengeflecht, hart und steif wie ein Panzer, bildet den Rücken der jungen Frau.

„Das Bein sieht noch viel schlimmer aus“, berichtet Frau Claudia Ritter (39),ihre Westerwälder Gastmutter, betroffen, während Teona ihre Narben wieder sorgsam verdeckt und mit wachem Blick dem Gespräch folgt. Ihr Deutsch ist noch gebrochen, wenn sie nicht mehr weiter weiß, schickt sie einen Hilfe suchenden Blick zu Claudia. Seit Mitte Juli hilft Teona der Mutter von Florian /14), Fabian (12) und Kevin (14) im Haushalt. „Obwohl sie nur 5 Stunden pro Tag arbeiten soll, hilft sie viel mehr, fragt ständig, was sie noch tun kann. Sie ist regelrecht „arbeitswütig“, beschreibt Claudia Ritter das zurückhaltende Mädchen, das ihr ans Herz gewachsen ist.

Das Teona solch schlimme Verbrennungen hat, davon wissen Claudia und Bernd Ritter nichts, als sie die Georgierin als Au-pair-Mädchen einstellen. Erst beim gemeinsamen Sommerurlaub am Meer in Dänemark wird klar, dass mit Teona etwas nicht stimmt. Trotz geliehenen Badeanzuges geht Teona nur komplett angezogen mit langer Hose und Pulli schwimmen.

Schließlich ist die Georgierin bereit, ihrer Westerwälder Gastfamilie, die Spuren des Haushaltsunfalls zu zeigen, bei dem sie sich mit Wasser, das die Mutter auf dem Herd hat stehen lassen, den Rücken, ein Bein und den Arm verbrüht. Zwei Monate schwebt Teona damals zwischen Leben und Tod. 16 Operationen bestimmen ihre Kindheit.

Lange, dem Körper bedeckende Kleidung gehört für Teona zum alltäglichen Leben. Keine kurzen Röcke, Shorts oder T.Shirts sind in dem Kleidershcrank der jungen Frau zu finden. Stets achtet sie darauf, das dicke Narbengeflecht, das ihren Körper umgibt und mit ihm verwachsen ist, zu verdecken. Schlimm genug für die 19-jährige, doch jetzt kommen neben dem optischen Aspekt auch noch einschneidende gesundheitliche Folgen hinzu. Ein Besuc in einer Aachener Klinik für Verbrennungen und plastische Chirurgie hat ergeben, dass Teona dringend operiert werden muß. Ansonsten droht durch das stetig wuchernde Gewebe Narbenkrebs sowie eine Verkrümmung der Wirbelsäule durch das steinharte Geflecht am Rücken.

„Das sind keine Schönheits-Ops“ betont Claudia Ritter, „die Operationen sind wichtig für Teonas weiteres Leben, um Folgeschäden zu verhindern.“ Engagiert ersuchen die Ritters nun Spendengelder für die Ops zu sammeln, deren Kosten sich im fünfstelligen Bereich bewegen. „Ein bisschen Angst“ habe ich schon vor neuen Ops, sagt Teona schüchtern, aber die Hoffnung, dass ihr bald geholfen wird, ist größer.
Sandra Fischer

Quelle: Westerwald-Zeitung

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