Erfolgreiche erste OP für Verbrennungsopfer Teona

WINKELBACH. Rund 10 000 Euro haben die Westerwälder im vergangenen Jahr gespendet, um Verbrennungsopfer Teona aus Georgien wichtige Operationen zu finanzieren, weitere 9000 Euro wurden in Aachen gesammelt. Nun hat die 20-Jährige, die zurzeit als Au-Pair im Haushalt der Familie Ritter in Winkelbach hilft, ihre erste OP erfolgreich überstanden.

Im Alter von zwei Jahren hatte sich Teona mit heißem Wasser verbrüht und schwerste Verletzungen erlitten. Nach zwölf Operationen in Georgien wurde sie nun in einer Verbrennungsklinik in Aachen an ihrem schwer verbrühten Bein operiert. Neun Stunden dauerte der komplizierte Eingriff, bei der Teona unter anderem Narbengewebe entfernt und Haut verpflanzt wurde. Zwei Wochen strenge und langweilige Bettruhe, bei der das Bein nicht bewegt werden durfte, folgten. Nach dreieinhalb Wochen ist Teona nun wieder zurück bei ihrer Gastfamilie und glücklich, dass ihr vormals so entstelltes Bein nun neben den optischen Verbesserungen auch erheblich beweglicher, das harte Narbenkorsett weicher ist. „Mir geht es gut. Ich hatte keine Schmerzen. Vielen, vielen Dank für alles“, bedankt sich die Georgierin bei all den hilfsbereiten Spendern ihrer temporären Wahlheimat, dem Westerwald. Viele Firmen und Privatpersonen hatten ihr Portemonnaie geöffnet, viele Vereine zu Teonas Gunsten Basare veranstaltet.

Doch Glück und Leid liegen nah beieinander. Zwei Tage, nachdem Teona aus der Klinik entlassen wurde, musste sie erfahren, dass ihre herzkranke Mutter bereits an Weihnachten gestorben war. Eine Nachricht, die ihr bewusst bis nach der OP verschwiegen wurde, „sonst hätte Teona die OP nicht geschafft“, ist sich Claudia Ritter sicher. Ein schwerer Schicksalsschlag für die 20-Jährige, die vor anderthalb Jahren ihren Vater, ihre Großeltern und ihren Onkel innerhalb eines halben Jahres verloren hatte. Nun hat Teona nur noch ihren 18-jährigen Bruder in Georgien und eine Cousine in Deutschland.

Sobald sich Teona in ein bis zwei Monaten von der Bein-OP erholt hat, sollen nach Möglichkeit – und finanziellen Ressourcen – weitere Operationen folgen. „An Teonas Bein müssten noch Narbenstränge entfernt werden. Außerdem hoffen wir, dass noch genug Geld für die Rücken- und die Arm-OP zusammen kommt“, sagt Gastmutter Claudia Ritter. Teonas Rücken ist durch das Narbenkorsett nach wie vor hart wie ein Panzer, dadurch kann es zu einer Verkrümmung der Wirbelsäule kommen.

Sandra Fischer

Quelle: Westerwald-Zeitung

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