„Unglück passiert“ – lernen damit zu leben –

Ich konnte mich mit der Verbrennung schnell abfinden, vor allem da die Erstversorgung zu einer sehr guten Heilung geführt hat. Somit habe ich zwar viel Narbengewebe /neugebildete Haut aber nur sehr wenige Hypertrophe Narben davon getragen und fast alle Nerven sind intakt geblieben, scheinen aber extrem empfindlich zu sein.

Im Krankenhaus hat man mir dann mitgeteilt, dass ich mich nicht in der Sonne aufhalten soll und mich davor schützen sollte mit entsprechender Kleidung, etc. Die Erfahrungen die ich damit gemacht habe und damit mache, haben mich psychisch ziemlich belastet. Man wird angestarrt, es wird getuschelt und nur sehr wenige Personen fragen was passiert ist. Meine Höhepunkte waren dann als ich im Sommer 2013 schön mit dem Rad unterwegs war, meine Schutzkleidung trug und von der Polizei mit gezogener Waffe angehalten wurde und die mich festnehmen wollten. Ich konnte also feststellen, dass das Verständnis fehlt. Aber das ist ja bei allem, was nicht der Norm entspricht. Im Allgemeinen fühle ich mich auch alleine, denn ich kenne nur eine Person die dafür Verständnis hat oder sowas jemals selbst erlebt hat.

Die Person hatte letztes Jahr einen ähnlichen Unfall, redet darüber aber kaum und ist in ständiger psychiatrischer Behandlung und dann noch weggezogen. Ich muss mir nur immer anhören, dass es alles besser wird. Am meisten belastet mich, dass ich die Sonnen nicht abkann. Die verursacht bei mir immer noch sehr starke Schmerzen und ich bekomme sehr schnell Sonnenbrand wenn ich mich nicht schütze. Im Krankenhaus oder bei den Ärzten heißt es dann immer, dass es mit der Zeit besser wird. Aber was bedeutet das? Sind das noch 1 Jahr, oder 10 oder 30? Ich kann nicht einmal im Sommer / Winter in den Urlaub fahren und weiß auch nicht wann ich das wieder kann. Dabei habe ich das vor meinem Unfall gerne gemacht und bin viel gereist. Die Ärzte sagen nur, das wäre auf eigenem Risiko und ich würde alle Ansprüche auf Schmerzensgeld oder sonstiges verlieren und die raten mir strikt davon ab. Hinzu kommt, dass ich dadurch meinen Job aufgeben musste, mein damaliger Freundeskreis, der mit anwesend war, kein Verständnis hat und mich sitzen gelassen hat und das das Schmerzensgeldverfahren zu einer richtigen Schlammschlacht vor dem Gericht wird, wo mir unterstellt wird, dass ich selber Schuld bin, das ich zur falschen Zeit am falschen Ort war und mich ja eigentlich selbst angezündet habe. Dadurch bekam ich auch Flashbacks und sitze nun selbst in psychologischer Therapie. Da das ganze schön sprunghaft und dann sehr schlimm auftritt, wird gerade geprüft, ob es schon eine Schwerbehinderung ist. Ich habe mich nun mit allem abgefunden und sage mir selbst „Shit Happens“ schlimmer kann es nicht mehr werden. Ich habe mich deshalb in den letzten Wochen damit beschäftigt einen Verein / Selbsthilfegruppen zu suchen, die Vertrauenswürdig sind und auch für Erwachsene geeignet sind. Somit bin ich auf Ihren Verein gestoßen.

Ich suche nun einen Selbsthilfegruppe oder Leute mit denen man einen Erfahrungsaustausch durchführen kann, die eine vielleicht sogar Fragen beantworten und unterstützen können in dem Raum Oldenburg (Oldb.) und würde mich auch gerne in dem Bereich engagieren und andere Betroffene unterstützen und zur Verfügung stehen in meiner Wohngegend.

Maik, 29 Jahre

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