Gasunfall

Nach einem Gasunfall war mein Gesicht völlig entstellt und 40 % der Körperoberfläche verbrannt

Daher werde ich den 9. Juli 1990 nie vergessen. Ich hatte mich auf ein ruhiges Wochenende in meinem Ferienhaus im Westerwald gefreut, und kam, nach einem schönen Abend mit Freunden, spät nach Hause.

Schloss die Tür auf und schaltete das Licht ein und dann geschah das Unfassbare: Eine gewaltige Explosion!

Blitzschnell breitete sich bläulich rot schimmerndes Gas aus. Meine Kleidung fing sofort Feuer.

Die Hitze war unerträglich. Mein Gedanke war unter anderem, ein Sprung aus dem Fenster.

Ich wusste nicht, wie mir geschah. Alles lief wie in einem Alptraum ab. Nach dem Sprung habe ich um Hilfe gerufen.

Es dauerte lange, bis meine Nachbarn mich hörten und Hilfe rufen konnten.

Die Sirene des Krankenwagens hörte ich noch, und bin dann in Ohnmacht gefallen.

2 Monate kämpften die Ärzte und das Pflegepersonal um mein Leben.

Langsam wurde ich ins Leben zurückgerufen, hörte die bekannte Stimme von meinem Bruder, der mir sagte, ich wäre im Krankenhaus, langsam kam ich zu mir und mir wurde erzählt, was passiert war.

Intensive Therapien folgten, einen Kompressionsanzug musste ich 1 ½ Jahre Tag und Nacht tragen, damit Narben nicht wucherten.

Ich hielt mich konsequent an den Anweisungen von Ärzten und Pflegepersonal und wollte einigermaßen eine Lebensqualität erlangen.

Es konnte nur in kleinen Schritten etwas erreicht werden.

Viele Schicksale habe ich durch den langen Krankenhausaufenthalt mitbekommen, ein Gedanke war, meine Erfahrungen in einer Selbsthilfegruppe weiterzugeben.

Nach meinem Umzug nach Norddeutschland stellte ich die Idee im Unfallkrankenhaus in Boberg vor, der Gedanke wurde positiv angenommen, wir bekamen einen geschützten Raum zur Verfügung gestellt.

Ich lernte Bernhard Heitz mit 85 %iger Verbrennung und andere Brandverletzte kennen.

Herr Heitz trieb es voran, Phoenix Deutschland – Hilfe für Brandverletzte, zu gründen. Dieses Thema war in der Öffentlichkeit nicht bekannt.

Nun bestehen wir schon 16 Jahre und haben viele Informationen zusammengetragen.

Es gibt eine Rettungskette:

Feuerwehr

Rettungssanitäter

Krankenhaus mit Ärzten und Pflegepersonal

Nachsorge (vor allem in Boberg mit Brandverletztenstation:

Kur und dann?

Phoenix Deutschland ist auch für Angehörige wichtig

Deshalb denken wir, dass Sie uns als zukünftige Schwestern und Pfleger kennenlernen

Die Medizin ist weiter fortgeschritten:

Bernhard Heitz Unfall 1997, 85% Verbrennung Körperoberfläche plus Lebensalter = 100% (Differenz ist die Überlebenschance)
Alter: 38 Jahre + 85% Verbrennungen = 123% = keine Überlebenschance

Ilse Koch Unfall 1990, 40% Verbrennung Körperoberfläche plus Lebensalter = 100% (Differenz ist die Überlebenschance)
Alter: 50 Jahre + 40% Verbrennungen = 90% = 10% Überlebenschance

Angela Boss Unfall 2010, 40% Verbrennung Körperoberfläche plus Lebensalter = 100% (Differenz ist die Überlebenschance)
Alter: 44 Jahre + 40% Verbrennungen = 84% = 16% Überlebenschance

Wir danken allen, die sich dem Thema Brandverletzungen annehmen. Danke für ihre Aufmerksamkeit.

Ilse Koch
Phoenix Deutschland – Hilfe für Brandverletzte e.V.

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