Bericht zur Jahreshauptversammlung 2018

Liebe Mitglieder, liebe Gäste,

Ich begrüße Sie/Euch ganz herzlich im Namen von „Phoenix Deutschland – Hilfe für Brandverletzte e.V.“ zu unserer Jahreshauptversammlung 2018. Wir möchten heute das vergangene Jahr unserer Arbeit Revue passieren lassen.

Zunächst ein Dank an den Paritätischen Wohlfahrtsverband, der uns diese Räumlichkeit zur Verfügung gestellt hat.

Unser Verein hat im letzten Jahr erneut viel öffentliche Aufmerksamkeit erfahren:

Bernhard Heitz hatte einen viel beachteten Auftritt in der Talkshow von Markus Lanz und war im Frühstücksfernsehen bei SAT 1 zu Gast.

Ich selbst habe an einer Kunstinstallation zum Thema Brandverletzungen an der Uni Weimar mitgewirkt.

Verstärkt wurden im vergangenen Jahr auf Anfrage der Pflegeschulen zum Thema Brandverletzte Vorträge gehalten.

Die Pflegeschüler erhalten somit Informationen aus erster Hand von Betroffenen und können in ihrer späteren Berufsausübung sensibel und fachkundig mit den Patienten und ihren Verletzungen umgehen.

Diese Arbeit wird kontinuierlich fortgesetzt, d.h. mit jedem neuen Jahrgang wird in Zukunft diese Veranstaltung stattfinden.

Derzeit wird die Pflegeschule der Helios Kliniken in Pforzheim durch Bernhard Heitz und die Krankenpflegeschule Lüneburg durch mich besucht.

Weiterhin hat unser Vorstand Angela Boss Kontakt zum Unfallkrankenhaus Boberg aufgenommen, um dort in der Patientenbetreuung aktiv zu werden. Momentan ist Frau Boss allerdings durch ihren beruflichen Wechsel von Bleckede nach Fehmarn (Vollzeit) mit ihrer Arbeit ausgelastet. Rücksichtnahme ist geboten.

Viel Zeit des Vorstandes steckt in jedem Jahr wieder in der Gremienarbeit und der Kontaktpflege zu Krankenkassen und anderen Selbsthilfeverbänden.

Bernhard Heitz und ich besuchten im September 2017 die Feierlichkeit zum 50. Geburtstag der BAG – dem Dachverband der Selbsthilfegruppen in Deutschland – in Berlin, mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Festredner, um dort Gespräche zu führen und „Phoenix“ zu vertreten. Schön war es, anerkennende Wort für die Selbsthilfearbeit im Allgemeinen vom Bundespräsidenten zu hören.

Zu der Gremienarbeit gehört auch meine regelmäßige Teilnahme als Patientenvertreterin an den Sitzungen der Kassenärztlichen Vereinigung Lüneburg und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hannover.
Wir können uns als „kleiner Verein“ – im Vergleich zu den großen Interessenvertretungen – sehr glücklich schätzen, dass unsere Mitarbeit an solchen entscheidenden Gremien angefragt wird.
Vor kurzem wurde auch Bernhard Heitz als Patientenvertreter in den Gemeinsamen Bundesausschuss in Berlin berufen, eine große Freude für Phoenix.
Selbstverständlich geht auch bei „Phoenix“ nichts mehr ohne Internet. Deshalb sind wir sehr froh, dass die Webdesignerin Beate Bodendorf uns sehr kostengünstig einen neuen Internetauftritt gestaltet hat.

Unsere Seite wird von Frau Bodendorf regelmäßig gepflegt und mit neuen Inhalten, die für Brandverletzte und ihre Angehörigen interessant sind, gefüllt. Die Zugriffszahlen auf diese Seite sind sehr gut, viele Nutzer bleiben aber in der anomym und nehmen keinen direkten Kontakt auf. Die Menschen, die sich direkt bei uns melden – sei es per Mail oder Telefon – werden von uns betreut, mit wichtigen Informationen versorgt und seelisch aufgebaut. Schließlich sehen wir diese Form der Unterstützung als unsere Hauptaufgabe an.

Allgemein zu unserer Situation

Wir stellen fest, dass der Erwartungsanspruch an „Phoenix“ enorm hoch ist. Wir sind die Interessenvertretung für Brandverletzte in Deutschland und agieren mit wenigen Unterstützern bundesweit, was ein hohes Maß an Organisation und Zeitaufwand erfordert. Eine Vielzahl von Aufgaben wird nur von einigen wenigen Aktiven geleistet. Das ist nicht nur das Auftreten in der Öffentlichkeit oder die Mitarbeit in Gremien der Gesundheitsfürsorge und Patientenvertretung, sondern auch ein hoher Verwaltungsaufwand durch die Anerkennung als gemeinnütziger Verein. Das heißt dokumentieren, Berichte schreiben, Buchführung, Kontakte mit Krankenkassen, Interessenverbänden und Behörden pflegen.

In der Zwischenzeit ist es gelungen, kompetente Helfer zu finden, die uns in ihrem Bereich unterstützen, u.a. IT-Fachleute, es gibt schnelle Hilfe bei (Alltags-)Problemen mit Internet und Computer.
Eine Journalistin unterstützt mich bei der Büroarbeit und verfasst Berichte über unsere Tätigkeiten.

Die Kinder und Jugendlichen des Jugendrotkreuzes des DRK-Ortsvereins Neuhaus unterstützen uns bei Post- und Werbeaktionen, und bieten weitere Hilfe an.

Es ist nicht leicht, Helfer zu finden, auch hierauf muss man Zeit und Energie verwenden. Wir können die vielfältigen Aufgaben nur mit Menschlichkeit und Einsatz meistern, wenn sie auf viele Schultern verteilt werden.

Als neues Projekt befindet sich ein Chat im Aufbau, Bernhard Heitz hat bereits Erfahrung in Amerika gesammelt. Es ist ein Weg, mehr mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen, von ihren Problemen zu erfahren und Unterstützung anzubieten. Momentan befindet sich der Chat in der Anlauf- und Aufbauphase.

Auch die Selbsthilfe muss neue Wege gehen, um Hilfesuchende zu erreichen.

Eine gute Nachricht:

Um den allgemeinen Betrieb und Arbeitsaufwand zu ermöglichen, habe ich eine Förderung beim Verband der Ersatzkassen e.V. Berlin, beantragt, und zu unserer Freude wurde mir ein Betrag von 19.500 Euro bewilligt.

Zuletzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass „Phoenix“ im kommenden Jahr 20 Jahre alt wird. Ich denke, unsere Versammlung heute, ist der passende Rahmen, um zu überlegen, wie und in welcher Form wir dieses Jubiläum begehen möchten.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Ilse Koch (Vorsitz)

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