3. Deutschland-Kongress für Brandverletzte vom 04. bis 06. Juli 2002 in Hamburg Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus Hamburg-Boberg
Unfallkrankenhaus Boberg: Brandverletztenzentrum sorgt sich um die Zukunft
Hamburg 4. Juli 2002 - "Stell dir vor, du brennst und weißt nicht wohin" dieses Erlebnis beschreiben die Opfer schwerer Brandverletzungen wie die das Attentats von Djerba. Sie benötigen die Behandlung in einem Zentrum für Brandverletzte - nur durch Intensivmedizinische und brandmedizinische Behandlung haben sie eine Chance, ihre schweren Verbrennungen zu überleben. Das Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus Hamburg hält ein Solches Zentrum für Schwerbrandverletzte vor - dies sieht sich durch Das neue Fallpauschalengesetz für Krankenhäuser in seiner Existenz bedroht. "Mit den Fallpauschalen können wir einen Großteil unseres Behandlungsaufwandes für schwerbrandverletzte Patienten nicht mehr erfassen", sagt Dr. Gerhard Mertens, Geschäftsführer des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg anlässlich der Eröffnung des dritten Deutschlandkongresses für Brandverletzte in Hamburg. "Für die Patienten bedeutet das, dass wir die hochspezialisierte Medizin, die sie benötigen, nicht mehr anbieten können. Das halten wir für eine Katastrophe" so Dr. Mertens.
Jedes Jahr werden in Deutschland über 2500 Menschen Opfer schwerer Brandverletzungen. "Aufgrund der massiven Bedrohung der Patienten z.B. durch Infektionen müssen wir unter extrem aufwendigen Bedingungen arbeiten", erklärt Dr. Peter Voeltz, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Rettungsmedizin. Vor allem benötigen wir große Personalressourcen, um die zahlreichen Prozeduren und Operationen, die erforderlich werden, auszuführen." Die Abteilung für Brandverletzte am Unfallkrankenhaus Hamburg hält sechs Intensiv- und 15 Spezialbetteen für Brandverletzte vor. Zehn Ärzte auf der Intensivstation kümmern sich rund um die Uhr um die Patienten. "Eine Zentrale Aufgabe besteht darin, zerstörte Hautpartien zu ersetzen" erläutert Prof. Dr. Bernd-Dietmar Partecke, Chefarzt des Zentrums für Brandverletzte. "Hinzu kommen tägliche Verbandswechsel unter Voll- Narkose und komplizierte Narben- und Prothesenversorgungen. Dieser hohe Mehraufwand ist im Fallpauschalensystem nicht dokumentierbar.



