» Anders sein - im SWR am 28. November 2003
» Visite - im NDR am 12.02.2008
Anders sein
„Nur gemeinsam werden wir eine Gesellschaft schaffen, in der man ohne Angst anders sein kann," mahnte der vor hundert Jahren geborene Philosoph Theodor W. Adorno. Toleranz ist auch heute noch keine Selbstverständlichkeit. Behinderte, Angehörige von Minderheiten und Menschen, die anders leben, kämpfen täglich mit Vorurteilen und Ausgrenzung. Wie lebt es sich jenseits der Norm? Wie viel Außenseitertum erträgt unsere Gesellschaft?
Die Gäste:
Ron Williams
Sein Markenzeichen ist die Baseballkappe. Ohne sie geht der Komiker, Sänger und Schauspieler Ron Williams nie aus dem Haus. In Kalifornien geboren kam er mit 19 als GI nach Stuttgart und blieb in „good old Germany" hängen. Und das, obwohl er aufgrund seiner schwarzen Hautfarbe öfters mit Fremdenfeindlichkeit konfrontiert wurde. Statt sich selbst zu bemitleiden, sagte er dem Rassismus dem Kampf an. Unter anderem mit Auftritten seiner Band, die sich ironischerweise „The All White Band" nennt. Im Theater stand er zuletzt als Martin Luther King auf der Bühne.
Ronald Hitzler
„Früher gingen Menschen, die anders waren zum Zirkus oder auf die Kirmes. Heute, wenn sie es geschickt anstellen, gehen sie ins Fernsehen," sagt der Dortmunder Szeneforscher Ronald Hitzler. Individuelles Talent und Durchsetzungsfähigkeit entscheiden, ob sich jemand auf der Gewinner- oder Verliererseite wieder findet. Anderssein kann durchaus Vorteile haben, doch einem Mann mit 2,20 Meter Körpergröße einzureden, er sei normal, käme für den Soziologen nicht in Frage. „Ich bin kein Betroffenheitslyriker. Wenn jemand anders ist, dann sage ich das auch so."


